Praktische Vorgehensweise für 2009

Vorarbeiten: Studium und Auswertung der Erkenntnisse aus dem Hegeplan Bega, Bereitstellung von Kartenmaterial

1. Termin (22.03.2009): Bewertung des Lebensraumes
Bachbegehung und Bestandsaufnahme (Feldprotokoll, Fotodokumentation) des Ist-Zustandes durch Inaugenscheinnahme.
Festlegung der Probestrecken für anstehende Untersuchungen.

2. Termin (26.04.2009): Ermittlung und Beurteilung des Fischbestandes
-reines Salmonidengewässer (Leitbild) Fischbiomasse/Fassungsvermögen/Fischproduktion/Ertrag und Ertragsfähigkeit

a) Der Pächter mit den Fischereischeininhabern untersuchen die heimischen Fischbestände mittels Elektro-Fischung in den festgelegten Probestellen und stellen den aktuellen Bestand fest.

gleichzeitig

b) Entnahme von Einzeltieren und Ablieferung an den Fischgesundheitsdienst NRW Herrn Dr. Schäfer zur Untersuchung auf evtl. Krankheiten (IPN,VHS,IHN)

3. Termin (21.06.2009): Defizitanalyse - Suche nach dem Flaschenhals (Saprobienindex)
Funktionsräume im Gewässer untersuchen und bewerten (Wenn möglich revierübergreifende Betrachtung):
- Kieslaichplätze
- Jungfischhabitate
- Nahrungsräume
- (Winter) Einstände
- Hochwassereinstände

a) Entnahme von Wasserproben in den festgelegten Probestellen zur Bestimmung der chemischen Zusammensetzung.
(Mit chemischen Untersuchungen kann nur der momentane Stand der Belastung festgestellt werden) deshalb auch:

b) Die biologische Güteuntersuchung benutzt Organismen als Langzeitgedächtnis des Gewässers.

Probenamen für einen Saprobienindex in den festgelegten Probestellen
Güteklasse Leitorganismen
1 (unbelastet) Dinocras sp. (Steinfliege)
Perla maginata (Steinfliege)
Ecdyonurus sp. (Eintagsfliege)
Alpenstrudelwurm
2 (mäßig belastet) Beatidae (Eintagsfliegen)
Flohkrebse
Fischegel
Posthornschnecke
3 (stark verschmutzt) Waffenfliege
Wasserassel
Rollegel
4 (übermäßig verschmutzt) Abwasserpilz
Zuckmückenlarve
Rattenschwanzlarve
Schlammröhrenwurm

4. Termin (18.10.2009): Bestandskontrollen durchführen
Der Pächter mit den Fischereischeininhabern untersuchen die heimischen Fischbestände (Bestandsaufnahmen mittels Elektro-Fischung) und analysieren die vorgefundenen Ergebnisse.

Ziel:

Erarbeitung eines abgestimmten vorläufigen 5 jährigen Bewirtschaftungskozeptes

- Was soll das Entwicklungsziel sein?

Sicherung des Fischbestandes und des Ertrages unter Aufrechterhaltung der Fischerei im Gewässer mit Defiziten


Wege zum Bewirtschaftungskonzept

Ursachenbekämpfung: Nachhaltige Beseitigung des Engpasses (Flaschenhals) durch ökologische Verbesserungen im Lebensraum

Svmtombekämpfung: Überbrückung des Engpasses durch Fischbesatz in richtiger Menge und Qualität zur richtigen zeit am richtigen Ort. (Stützbesatz)

Die richtigen Besatzmengen
Welche Altersstufe, welche Menge?

Durch die Wahl der richtigen Besatzgröße sowie des Besatzzeitpunktes soll der maßgebliche Engpass im Lebenzyklus optimal überbrückt werden.
Ertragsbesatz erfolgt typischerweise mit den Altersklassen 0 (hier fressfähige Bachforellenbrut) oder vorgestreckte Bachforellenbrut (einsömmeriger Herbstsetzling):

- Bachforellenbrut (Bf 0) je IfdlMeter 1 Brütling
- (einsömmeriger Herbstsetzling) je 10 Meter 1 Setzling

Besatzfische sollen aus Beständen oder Nachzuchten stammen, die dem zu besetzenden Gewässer ökologisch möglichst nahe zugeordnet werden können. (Genetik im Artenschutz)

- Feststellung des genetischen Ursprungs der Besatzfische?
- Welche Kondition haben die Besatzfische?
- Unter welchen Bedingungen werden die Elterntiere gehalten?

Ziel:
Erhaltung evolutionärer Einheiten durch Bildung von Managementeinheiten für Gewässersysteme (Ganzheitliche Betrachtung eines Systems)